sahnig und fruchtig

Die 90er haben angerufen und wollen ihre Sahnetorte zurück. Endlich gibt es wieder mal eine Zeitreise-Torte. Wer kennt sie nicht? Süße Pfirsichstückchen in feiner Sahne auf softem Biskuitboden, gekrönt von süß-klebrigem Maracuja-Topping. In den 1990ern, auf dem ostwestfälischen Land, war diese Torte von keinem Buffet wegzudenken. Als Kind faszinierte mich ihr “exotischer” Charakter (und süßer Maracujasaft war damals unschlagbar). Mehr als 20 Jahre später, in einer globalisierten Welt, in der Früchte von anderen Kontinenten selbst in Discountern nichts Ungewöhnliches mehr sind, klingt das schon witzig!

Inzwischen sind wir Verbraucher (hoffentlich alle) besser informiert und wissen um die kleinen Klima-Killer, mit denen uns der Einzelhandel so gekonnt verführen will. Ok, wie ihr an den Fotos seht, bin ich nicht zu 100% streng damit. Konsumbewusstsein finde ich enorm wichtig und auch wenn man sich nicht immer radikal an alles hält, macht meines Erachtens jede noch so gefühlt kleine Kaufentscheidung einen Unterschied.

Zurück zum Blog-Thema: Mehr als 20 Jahre später finde ich übrigens das Beste an der Torte, dass sie schnell und einfach gemacht ist. So verändern sich die Blickwinkel und Prioritäten 😉

Wenn man den Boden nicht selbst vorbackt, ist es sogar eine ofenfreie No-bake-Kühlschrank-Torte. Nach meiner Ofen freien Zeit letzten Sommer, finde ich es sehr wichtig, auch solche Rezepte in petto zu haben.

Fun Fact: Das auf den Fotos ist übrigens gar keine Maracuja, sondern scheinbar Passionsfrucht. Bzw. eigentlich ist andersherum die Maracuja eine von vielen Passionsfruchtsorten, wie ich hier gelesen habe. Da der Saft Maracujasaft ist, ist es für mich immer noch Maracuja-Torte ;-).

Diese Zutaten braucht die Pfirsich-Maracuja-Torte:

Für den Biskuitboden (Für die schnelle No-bake-Variante einfach einen fertigen Obstboden kaufen):

  • 3 Eier
  • 4 EL Wasser
  • 100 g Zucker
  • Entweder 1 Päckchen Vanille Zucker oder 10 g Puddingpulver
  • 110 g Mehl
  • 2 TL Backpulver (½ Päckchen)
  • 1 Prise Salz

Für den Belag:

  • 1 große Dose Pfirsiche
  • ½ l Sahne
  • 1 Päckchen weiße Gelatine oder alternativ Agar-Agar
  • ¼ l Maracujasaft
  • 2 Päckchen instant Vanillesoße

So einfach mixt ihr die Pfirsich-Maracuja-Torte:

Für den Biskuitteig die Eigelbe vom Eiweiß trennen und jeweils einzeln bereitstellen.

Die drei Eiweiß schaumig schlagen. 100 g Zucker und 1 Päckchen Vanille Zucker in den Eischnee reinrieseln lassen.

Erst die 4 EL Wasser und dann die drei Eigelb jeweils eine Minute unterrühren. Anschließend die etwa 110 Gramm Mehl (100-120 g), Backpulver, Prise Salz unterheben. Einen Teil des Mehls kann man durch ein bisschen Paniermehl bzw. Puddingpulver ersetzen. Etwa im Verhältnis 90% Weizen- und 10% Ersatzmehl.

Springform vorbereiten: Am besten den Boden mit Backpapier auslegen (oder den Boden fetten, aber NICHT den Rand, sonst geht der Teig nicht auf), Springform schließen, Papierreste abschneiden.

Den Teig in einer Springform für 30 Minuten bei 180 Grad (Umluft) backen.

Für die Tortenschichten zunächst die Pfirsiche würfeln und abtropfen lassen. Die Sahne schlagen und Agar-Agar oder Gelatine nach Anweisung zubereiten und unterrühren. Die Pfirsichstückchen unterheben und die Masse auf den Obstboden geben.

Den Maracujasaft mit der instant Vanillesoße verrühren und über die Torte gießen, ggf. glatt streichen.

Ich habe mich an das Rezept gehalten, finde aber, dass die Maracuja-Soßen-Masse mit zwei Soßenpäckchen sehr dickflüssig war. Beim nächsten Mal probiere ich nur ein Päckchen zu nehmen. Für die Optik, wenn man den gewissen “Crunch-Faktor” bei Maracuja nicht scheut, könnte man auch das Innere von ein oder zwei Früchten in diese Schicht mischen. Das kommt auch auf die Experimentier-Liste fürs nächste Mal 😉

Vor dem Servieren die Torte einige Stunden kalt stellen, dann am besten kühl genießen.

Happy Schlickerzeit!