Die kleine Windmuehle

Leckere Rezepte von Oma aus Ostwestfalen.

Monat: November 2018

Mohnkuchen mit Haferflockenstreuseln - die kleine Windmuehle

Mohnkuchen mit Haferflockenstreuseln

außen knusprig, innen zart

Kleiner Mohnkuchen mit Haferflockenstreuseln

Achtung, Suchtgefahr! Oh mein Gott, ich habe einen neuen Lieblingskuchen. Es fiel mir wirklich schwer, nicht alles auf einmal zu essen. Hier ist richtig Selbstbeherrschung gefragt! Die super knusprigen Haferflockenstreuseln haben meine Erwartungen übertroffen. Ich habe ein wenig am Originalrezept gedreht, mit der Menge der Haferflocken experimentiert und wollte zudem nur eine kleine Menge an Kuchen machen. Experiment geglückt! Die Streusel sind super geworden und passen auch vom Mengenverhältnis optimal zu der soften, mega leckeren Mohnfüllung.

Schön finde ich bei Mohnkuchen außerdem, dass man ihn eigentlich immer essen kann, egal zu welcher Jahreszeit. Momentan komme ich, wie ihr ja an meinen Beiträgen seht, tendenziell einmal im Monat zum Backen. Da überlege ich natürlich schon, welches Rezept nun zu der Jahreszeit passt. Früher gab es bei meiner Oma ständig Kuchen. Im Prinzip jeden Nachmittag zur Kaffeezeit, aber mindestens für jeden Sonntag wurde frisch gebacken. Natürlich nicht nur eine Sorte, irgendwie gab es immer mehrere Sachen zur Auswahl. Das muss nicht nur der Standard-Blechkuchen gewesen sein, sondern zum Beispiel auch das samtige Quark-Weißbrot, das ich euch schon gezeigt habe, mit Marmelade oder Zuckerrübensirup oder Kekse oder Berliner dazu. Mit bis zu fünf Enkeln am Tisch, kann man locker einiges auffahren 😉

ZUR INFO: Das Rezept ist für eine Springform mit 22 cm Durchmesser! Ihr könnt die doppelte Menge für eine “normale” 26er Form verwenden. Von allen Zutaten, bis auf das Ei, einfach die doppelte Menge nehmen.

Für den kleinen Mohnkuchen mit Haferflockenstreuseln braucht ihr (Springform Ø 22 cm!):

Für den Teig und die Streusel:

  • 190 g Mehl
  • ½ Päckchen Backpulver
  • 100 g Zucker
  • 100 g Butter
  • 1 kleines Ei
  • 1 kleine Prise Salz
  • 2 Päckchen Vanillezucker (1 für den ganzen Boden und 1 für die Streusel)
  • 5-8 EL feine Haferflocken

Für die Mohnfüllung:

  • 375 ml Milch
  • 1 Päckchen Vanillepuddingpulver
  • 75 g Zucker
  • 100 g Mohn

So zaubert ihr einen kleinen Mohnkuchen mit Haferflockenstreusel:

Mehl, Backpulver zusammen sieben. 100 g Zucker mit 100 g Butter und einem kleinen Ei schaumig quirlen. Eine kleine Prise Salz hinzufügen. Mit dem Mehl mischen und zwei Drittel des Krümelteiges in der gefetteten Springform verteilen. Den Boden durch andrücken der Streusel und einen kleinen Rand formen. Das restliche Drittel im Kühlschrank kalt stellen.

Für die Füllung nun Mohn, Zucker und Vanillepuddingpulver in einem Topf mit der kalten Milch rühren. Mit dem Schneebesen rühren und aufkochen lassen. Von der heißen Platte nehmen und mindestens 5 Minuten quellen lassen.

In der Zeit können die Streusel fertig gemacht werden: Das andere Päckchen Vanillezucker und so viel feine Haferflocken mit den Händen unterkneten, bis die Streuselmasse trocken und streuselig genug ist.

Die Mohnmasse auf den Boden geben, die Streusel darüber und für 40 Minuten bei 170-180 Grad Umluft auf der unteren Schiene backen. Bei der doppelten Menge verlängert sich die Backzeit um 5-10 Minuten. Jeder Ofen ist ja bekanntlich etwas anders 😉

Mein Tipp für nach dem Backen: der frische Kuchen roch so unglaublich lecker und ich hatte wirklich Hunger auf Kuchen. Konnte es also kaum abwarten und musste ihn sofort anschneiden, probieren, fotografieren. Dabei habe ich gemerkt: Wenn man den Kuchen noch warm schneidet, geht er kaputt. Wie ihr auf den Fotos seht, ist die Oberfläche etwas eingerissen. Das passiert nicht mehr, wenn man den Kuchen erst abkühlen lässt und dann schneidet. Er ist dann immer noch knusprig, lässt sich aber schneiden 😉

Andererseits ist er noch warm auch hammerlecker, also wenn euch das Zerbröseln beim Anschneiden nicht stört…. Immer man tau!

Viel Spaß beim wegknuspern!

Hefezopf - die kleine Windmuehle

Hefe-Zopf

Ein Erfahrungsbericht, eine Rezept-Rezension und eure Tipps

Mein erster richtiger Hefe-Versuch: Ein riesen Maronen-Nuss-Zopf

Stammleser wissen bereits: Mit Hefe hatte ich bisher nichts am Hut. Hefeteig stand schon ewig auf meiner persönlichen baking-bucket-list. Nun habe ich mich, dank Inspiration und Ermutigung aus dem Bloggerumfeld (Danke, Emma!) endlich getraut.

Das letzte Mal mit Hefeteig in Berührung gekommen bin ich in meiner Kindheit, als zu Schulzeiten der “Herrmann” umherging und weitergereicht wurde. Kennt ihr Herrmann? Der lebende Hefeansatz, den man über Tage mit Mehl füttert und vermehrt? Nach ein paar Tagen hat man so viel Teigansatz, dass man nur mit einem Bruchteil backt und die restlichen Teile, samt Gebrauchsanleitung, kettenbriefmäßig, weiterreicht. An Herrmann habe ich gute Erinnerungen. Wir haben ihn mit Vollkornmehl, Äpfeln und Nüssen oft im Herbst gebacken, er war super lecker und gar nicht mal so ungesund. Abgesehen von unserem leckeren Vollkorn-Apfel-Herrmann muss ich ehrlicherweise gestehen, dass Hefegebäck nicht gerade auf meiner persönlichen Hitliste steht. Ich bin einfach kein Fan des Geschmacks und der Konsistenz. Richtig schlimm finde ich (zu) trockenen Hefeboden mit (zu) sauren Pflaumen. Das ist ungefähr mein Anti-Gebäck!

Nun ja. Ultimatives Ziel von mir ist immer noch eine tolle große Zimtschnecke zu backen… Ich liebe Zimt. Damit ich es nicht versaue, sollte vorher ein Probelauf her. Außerdem war ich neugierig, wie das mit dem Hefezopf backen überhaupt gelingt. Bevor es losging, habe ich mich also auf meinen Lieblingsbackblogs schlau gelesen und einiges gelernt. Da Mara auf lifeisfullofgoodies die wesentlichen Tipps – und sie ist ein Profi, der wirklich oft was mit Hefe backt – bereits zusammengestellt hat, muss ich die jetzt nicht wiederholen. Lest euch hier schlau: https://lifeisfullofgoodies.com/2017/02/25/nuss-nougat-sonne-und-tipps-fuer-gelingsicheren-hefeteig/  

Eine kleine Rezept-Rezension:

Die Rezepte für Hefezöpfe sind im Grunde auch alle ziemlich ähnlich. Die große Vielfalt entsteht mit den schier unendlich variablen Füllungen. Da ich noch eine Packung Maronen im Schrank fand, habe ich die kurzerhand in die Nuss-Mischung für das Rezept von Marc bake to the roots gegeben. Das hätte ich mir im Grunde auch sparen können. In Kombination mit den Haselnüssen, vor allem aber dem Kakao, hat die Füllung nur schokoladig-nussig geschmeckt. Mit der leichten Zimtnote war das schon sehr lecker. Hat halt nur nicht wirklich nach Maronen geschmeckt. Also bleibt am besten bei den Nüssen vom Original-Rezept, falls ihr euch für die Nuss-Füllung entscheidet.

Nun kommt der knifflige Teil, wo ich eure Hilfe brauche. Beim Teig weiß ich nicht so recht, was ich falsch gemacht habe. Rezept und Tipps habe ich beachtet. Aufgegangen ist er super. Aber beim Durchkneten nach dem Gehenlassen war der Teig so super krass klebrig – ist das normal? Ernsthaft? Da kann man doch nicht mit arbeiten. Letztlich habe ich so viel Mehl hinzugegeben, bis es halbwegs ging, den Teig vernünftig zu verarbeiten, ihn auszurollen, zu bestreichen und zu “flechten”. Die Folge des hohen Mehrbedarfs war nur, dass der Teig später für meinen Geschmack ein wenig zu trocken und zu unsüß war. Es sei jedoch eingeräumt, dass das hier jetzt Jammern auf hohem Niveau ist. Denn das Ergebnis, wie ihr ja auf den Fotos seht, kann sich durchaus sehen lassen. Vermutlich spielt hier einfach zu sehr meine persönliche Abneigung gegen Hefezopf rein. Es schmeckt mir einfach nicht sonderlich gut. So richtig zufrieden war ich erst, als ich ihn mit Nussnougatcreme bestrichen hatte. Ein Träumchen. Da war die Süße und Saftigkeit, die ich brauchte!

Von diesem Problemchen habe ich auf Instagram berichtet und die Community nach Rat gefragt. Es kamen so viele tolle Antworten, Tipps und Motivationen! Ich bin immer noch ganz gerührt. Diese insights will ich euch natürlich nicht vorenthalten und fasse sie hier für euch zusammen (ihr könnt natürlich auch direkt unter dem Post nachsehen, wer was empfiehlt).

Eure ultimativen Hefe-Tipps, damit er auch ja nicht zu trocken wird:

  • Viel Füllung und nicht zu heiß/lange backen
  • Hefeteig auf etwas Öl ausrollen und nicht in Mehl zu wälzen (auch klebrig verarbeiten, vorher mit genug Butter kneten).
  • Niemals zu viel Mehl
  • Nicht zu heiß oder zu lang backen (“Ein Zopf benötigt höchstens 30 Minuten und alle, die Hefegebäck auf 200 Grad backen, machen es leider falsch!” rät die liebe Bella von https://www.bella-cooks-and-travels.com  )
  • Die Füllung sollte nicht zu trocken sein
  • Üppig Füllung und nicht bei Ei und Zucker sparen
  • Die Website www.hefe-und-mehr.de soll auch toll sein
  • Dünn ausrollen, Füllung großzügig drauf geben
  • Ggf. Schüssel Wasser mit in den Ofen zu stellen und nicht zu heiß backen


Fazit für mich persönlich: Hefegebäck wird einfach nicht mein Liebling. Vermutlich mag ich deshalb auch keinen Christstollen (Anti-Gebäck Nummer zwei nach trockenem Pflaumen-Hefekuchen). Ich erkenne ein Muster.  Nichtsdestotrotz, wer drauf steht, ist mit allem gut beraten!

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