Die kleine Windmuehle

Leckere Rezepte von Oma aus Ostwestfalen.

Monat: Juli 2016

Johannisbeer-Mandel-Schnitten-von-oben-01-Die-kleine-Windmuehle

Beeren-Schnitten vom Blech

süß und saftig

#ich back’s mir: Beeren-Mandel-Schnitten vom Blech

Die Erntezeit für Naschereien aus dem Garten ist die schönste Zeit des Jahres. Gibt es etwas Schöneres, als den Sommer im Garten von Oma und Opa zu verbringen? Was haben wir uns als Kinder die Bäuche vollgehauen mit frischen Himbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Erdbeeren, Erbsen und Kirschen. Wie wertvoll und besonders eigenes, frisches Obst und Gemüse ist, stellte ich erst fest, als ich zum Studieren nicht mehr zuhause wohnte und mir der Zugang zu Omas Köstlichkeiten fehlte. Vorher hatte ich wirklich keinen blassen Schimmer davon, was frische Beeren kosten.

Heidelbeer-Kokos-Schnitten - Die kleine Windmuehle

Heidelbeer-Kokos-Schnitten

Bei uns gab es das früher alles in Hülle und Fülle. Es wuchs viel mehr an Sträuchern und Bäumen, als wir frisch genießen konnten. So machten meine Oma und früher auch noch meine Uroma – eine richtige Großfamilie halt – vieles für das ganze Jahr haltbar. Wir Kinder durften uns nützlich machen und beim Ernten und Einmachen helfen. Meine Lieblingsbeschäftigung war witzigerweise Erbsen pulen. Wahrscheinlich lag es nicht unbedingt an der Beschäftigung als solche. Wobei das Naschen schon toll war. Frische Erbsen finde ich wahnsinnig lecker. Viel mehr war es das Zeit verbringen mit meiner Familie und ganz besonders mit meiner Uroma, die damals noch lebte. Während die Hände mit dem Arbeiten beschäftigt waren, konnten wir wunderbar erzählen und klönen.

Mit Marmelade, Saft oder Sirup, im Glas eingekochten Obst oder Gemüse und im Tonkrug fermentierter Weißkohl, wurde schließlich der Vorratskeller gefüllt. Auch wenn der Weg dorthin als Kind etwas aufregend bis gruselig war. Man musste, nachdem man die Keller-Werkstatt meines Opas durchquert hatte, um zig dunkle Ecken, durch den dunklen Kohlen- und den Kartoffelkeller, bis man es ins kühle Lebensmittellager geschafft hatte. Dort stand man, fast wie im Supermarkt, vor gefüllten Regalen mit etlichen Varianten an Leckereien. Ohne sich von der Auswahl an Erbsen, Möhrchen, Senf- und Gewürzgurken oder alle möglichen Obstvarianten oder Marmeladensorten irritieren zu lassen, gab es für mich meist nur ein Ziel: Kirschen. Ich liebe von meiner Oma eingekochte Süßkirschen. Ob rote oder helle Glaskirschen. Es gibt nichts, wirklich gar nichts, besseres an Nachtisch für mich auf dieser Welt. Erst die fruchtigen Kirschen essen und anschließend den süßen Saft der noch im Schälchen übrig ist zu schlabbern. Ein Traum! Jetzt müsste wohl ein Kirschrezept folgen. Das geht leider nicht, weil nichts, absolut gar nichts, an Kirschrezepten mit puren eingemachten Kirschen mithalten kann! Die laufen außer Konkurrenz.

Johannisbeer-Mandel-Schnitten 02 - Die kleine Windmuehle

Johannisbeer-Mandel-Schnitten

Frisches Obst und Gemüse ist ja auch nicht schlecht. Viele Beeren haben gerade Saison – in der Natur und in der Bloggerszene. Claretti von Tastesheriff sammelt diesen Monat Beerenrezepte für #ichbacksmir und dasselbe Thema hat auch das Blogevent von der tollen Ina Is(s)t (Dort gibt es nicht nur eine Fülle an Rezepten, sondern auch sehr schöne Foodfotos). Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, um euch noch ein ganz schnelles, frisches, fruchtiges Becherkuchen-Rezept zu zeigen.Banner Beerenstark2kl

Als Maßeinheit dient ein Sahnebecher. Der Kuchen ist relativ schnell gemacht und das Rezept super flexibel. Nehmt die Beeren, die gerade bei euch im Garten wachsen, auf dem Markt angeboten werden oder worauf ihr Lust habt. Heidelbeeren, Stachelbeeren, rote oder schwarze Johannisbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren. Ihr könnt auch nach Belieben kombinieren. Den maximalen Kombinationsknüller erreicht ihr, wenn ihr zudem noch die Nusssorten mischt. Heraus kamen diesmal bei mir Johannisbeer-Mandel- und Heidelbeer-Kokos-Schnitten. Bei Johannisbeeren würde ich euch, je nach Reife- und Säuregrad, empfehlen, etwas mehr Zucker zu nehmen. Dazu passt super gut Sahne oder Eis.

Heidelbeer-Kokos-Schnitten 02 - Die kleine Windmuehle

Heidelbeer-Kokos-Schnitten

Um ein Blech Beeren-Nuss-Schnitten zu backen, braucht ihr Folgendes:

Für den Teig:

  • 1 Becher Sahne
  • 1 Becher Zucker
  • 3 Eier
  • 1 Becher Mehl
  • 1 Becher gemahlene Mandeln
  • 1 Päckchen Backpulver

Für den Beerenbelag:

  • 150-200 g Beeren deiner Wahl
  • 125 g Butter
  • 1 Becher Zucker (bei säueerlichen Beeren wie Johannisbeeren 1,5)
  • 3 EL Milch
  • 100 g Mandelsplitter, -blättchen (oder Nüsse nach Wahl)
Johannisbeer-Mandel-Schnitten 03 - Die kleine Windmuehle

Johannisbeer-Mandel-Schnitten

 

 

So einfach bereitet ihr ein Blech Beeren-Mandel-Schnitten zu:

Vorbereitung: Die Beeren abwiegen, waschen und trocken tupfen.

Schritt 1: Zutaten für den Rührteig gut vermengen und auf ein gefettetes oder mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen.

→ 10 Minuten bei 200 Grad vorbacken.

Schritt 2: Erst 125 g Butter, 1 – 1,5 Becher Zucker und 3 EL Milch in einem Topf erhitzen. Vorsichtig die Beeren unterheben.

Mischung auf dem Kuchen verteilen und anschließend die Mandeln darüber streuen.

→ Weitere 10 Minuten backen.
Viel Spaß beim Beeren-zaubern und genießt weiterhin den Sommer!

Heidelbeer-Kokos-Schnitten 01 - Die kleine Windmuehle

Heidelbeer-Kokos-Schnitten


Beeren-Schnitten vom Blech - Rezept auf www.diekleinewindmuehle.de

Zitronenkuchen auf dem Blech

frisch und fruchtig

#Knuspersommer: Zitronenkuchen auf dem Blech

Ein herrlich, sommerlich, frischer Blechkuchen, der sich super schnell zubereiten lässt.

Zu dem sonnigen und endlich warmen Juliwetter passt ein einfacher Rührkuchen mit fruchtiger Note richtig gut. Omas Zitronenkuchen ist wirklich unkompliziert und relativ schnell gemacht. Es bleibt also mehr Zeit, um das schöne Wetter und den “Knuspersommer” zu genießen.

Knuspersommer-1Sarah von „Knusperstübchen“, ein ganz toller Blog den ich euch nur empfehlen kann, hat kürzlich die Aktion „Knuspersommer 2016” gestartet. Unter dem Hashtag werden aktuell ganz viele tolle sommerliche Rezepte verlinkt und geteilt. Die Idee hat mich sofort begeistert und ich musste direkt an Oma’s Zitronenkuchen vom Blech denken. Was für ein wunderbarer Anlass, euch dieses Rezept zu zeigen. Sommerlicher als Zitronenkuchen geht’s was Kuchen-Rezepte anbelangt fast nicht.
Zitronenkuchen 03

Für ein Blech Zitronenkuchen braucht ihr:

  • 350 g Margarine
  • 350 g Mehl
  • 350 g Zucker
  • 6 Eigelb und Eiweiß (getrennt)
  • 3 TL Backpulver
  • 3 unbehandelte Zitronen (oder 1 Fläschchen Zitronenöl)

Für den Guss:

  • 3-5 EL Zitronensaft
  • 250 g Puderzucker

Zitronenkuchen

So schnell und einfach bereitet ihr den Zitronenkuchen auf dem Blech zu:

Das Blech entweder einfetten oder mit Backpapier auslegen.

Die Eier trennen.

Das Eigelb sowie die weiteren Zutaten miteinander verrühren.

Die Schale der drei unbehandelten Zitronen abreiben, auspressen und 5-8 EL Zitronensaft für den Guss beiseite stellen.

[Tipp: Wer keine Lust/Zeit zum Zitronen reiben hat, kann alternativ ein Fläschchen Zitronenöl verwenden und den Guss dann später mit gekauftem Zitronensaft bereiten.]

Zitronenschale und den restlichen Zitronensaft ebenfalls unter den Teig mischen. Tipp: Ist der Teig zu fest, mit einem Schuss Zitronenlimo oder O-Saft nachhelfen.

Die Eiweiß steif schlagen und unterheben.

Auf dem Blech 30-40 Minuten bei 200 Grad backen.

Zitronenkuchen 02

Wer mag kann noch etwas Zitronensaft (5-8 EL) mit dem Puderzucker glattrühren, mit einem Holzstäbchen Löcher in den Kuchen stechen und Zuckerguss auf den abgekühlten Blechkuchen gießen.

Zur Dekoration – da es sich schließlich um einen Geburtstagskuchen handelte – kamen bei mir noch bunte Zuckerstreusel zum Einsatz.

Viel Spaß und genießt den Sommer!

 

Pin_Zitronenkuchen - Die kleine Windmuehle

Nuss-Nougat-Torte

 ultra cremige

Nuss-Nougat-Torte

Nun folgt, wie versprochen, auf das Sahne-Nuss-Torte-Rezept die Variante für Schokoliebhaber. Es handelt sich hierbei um das gleiche Rezept für den Teig (nur ohne die Nüsse). Der Belag wird hier mit Nuss-Nougat abgewandelt und entweder auf Sahne- oder auf Buttercreme-Basis zu einer dekadenten Schleckerei. Auch Nutellafans kommen bei dieser Alternative wirklich auf ihre Kosten. Mit dem fluffigen Biskuitboden und der samtigen Nuss-Nougat-Creme schwebt man definitiv im siebten Tortenhimmel.

Lange Zeit konnte ich die Nuss-Nougat-Torte leider nicht mehr sehen. Als Kind war es meine absolute Lieblingstorte. Deshalb gab es sie bei jeder Gelegenheit. Wirklich jeder. Jedem Geburtstag, Weihnachten, Ostern, immer. Und ich habe Unmengen davon verdrückt. Gar möchte ich behaupten, dass kein Kind jemals soviel Nuss-Nougat-Torte verspeist hat wie ich. Vielleicht ist meine Oma deshalb irgendwann dazu übergegangen, statt der etwas mächtigeren Buttercreme, Sahne für die Creme zu verwenden.

Nuss-Nougat-Torte nah Stück aufgeschnitten

Das braucht ihr für die Nuss-Nougat-Torte:

Für den Biskuitboden:

  • 150 g Zucker
  • 1 Vanille Zucker
  • 4-5 Eier (6 falls klein)
  • 8 EL heißes Wasser
  • Knapp 200 g Mehl mit 1 Päckchen Puddingpulver Vanille
  • ½ Päckchen Backpulver

Für den Belag:

  • 100 g Nuss-Nougat (oder Nutella)

Und entweder

  • 1 l Sahne

oder

  • ½ l Pudding mit einem Päckchen Puddingpulver Vanille (erfordert ½ l Milch)
  • 100 g Butter
  • 1,5 EL Zucker

Optional: Schoko-Dekor

Nuss-Nougat-Torte nah Zoom Markro1

Der Biskuitteig für die Nuss-Nougat-Torte wird so gemacht:

Springform vorbereiten: Am besten den Boden mit Backpapier auslegen (oder den Boden fetten, aber nicht den Rand, sonst geht der Teig nicht auf), Springform schließen, Papierreste abschneiden.

Für den Biskuitteig die Eigelbe vom Eiweiß trennen und jeweils einzeln bereitstellen.

Die drei Eiweiß schaumig schlagen. 150 g Zucker und 1 Päckchen Vanille Zucker in den Eischnee reinrieseln lassen.

Erst das heiße Wasser und dann die drei Eigelb jeweils eine Minute unterrühren. Anschließend die Mehlmischung (insgesamt nicht mehr als 200 g!) unterheben. Einen Teil des Mehls kann man durch ein Päckchen Puddingpulver oder etwas Paniermehl ersetzen.

Den Teig in einer Springform für 30-40 Minuten bei 180 Grad (Umluft) backen (Stäbchenprobe).

Den ausgekühlten Boden in drei gleich dicke Böden aufteilen.

 

Für den Belag entweder einen Liter Sahne schlagen oder eine Buttercreme zubereiten.

Für die Buttercreme den Vanille Pudding kochen und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und gleichzeitig die Butter warm werden lassen. Es ist wichtig, dass der Pudding die gleiche Temperatur hat wie die Butter, sonst gerinnt diese.

Die Butter mit 1,5 EL Zucker schaumig rühren und dem auf Zimmertemperatur abgekühlten (!) Pudding esslöffelweise unterheben.

Wer mag, kann jeweils ein wenig (2-3 EL) von der Creme für die Deko beiseitestellen.

Nun das Nuss-Nougat, respektive die Nutella, durch die geschlagene Sahne oder die Buttercreme ziehen.

Die Böden mit der Creme bestreichen, übereinander legen und den Kuchen von außen bestreichen.

Nuss-Nougat-Torte nah Zoom Markro2

Deko gefällig?

Wer mag, kann zu guter Letzt noch reichlich dekorieren. Zum Beispiel mit der beiseitegestellten Creme Tüpfchen auf der Torte verteilen. Die helle Creme auf dem dunklen Belag ist ein schöner Kontrast. Auf den Bildern seht ihr, dass ich den Tipp meiner Oma beherzigt habe: hauchfeine Schokoplättchen diagonal halbieren und auf die Torte stecken. Damit könnt ihr wirklich Eindruck schinden. Haha, in diesem Sinne: Viel Spaß beim Zaubern!

Omas super cremige Nuss-Nougat-Torte - Rezept auf www.diekleinewindmuehle.de

 

Biskuitteig

Zubereitung Biskuitteig allgemein:

Es gibt keinen Tortenboden, der fluffiger ist als Biskuit. Damit der Biskuitboden genauso schön zart wird, wie ihr ihn haben möchtet, probiert einfach mal die Tricks von meiner Oma…

Tipp Nr. 1: Sie bereitet die Böden immer einen Tag vor dem Torten belegen vor. So kann der Biskuitteig auskühlen und lässt sich am nächsten Tag gut in mehrere Tortenböden aufteilen.

 

Grundrezept – Für einen Biskuitboden (in der Springform) braucht ihr:

  • 4-5 Eier (bei kleinen Eiern 6)
  • 8 EL heißes Wasser
  • 150 g Zucker (wenn ihr kein Puddingpulver Vanille nehmt, dann kommt hier 1 Pck. Vanille Zucker hinzu)
  • 200 g Mehl (einschließlich etwas Puddingpulver Vanille, Stärke, Panier- oder Kartoffelmehl)
  • ½ Pck. Backpulver

 

Meine Oma macht den Biskuitteig so:

Springform vorbereiten:

“nie den Rand fetten”

Am besten den Boden mit Backpapier auslegen (oder den Boden fetten, aber NICHT den Rand, sonst geht der Teig nicht auf), Springform schließen, Papierreste abschneiden.

Für Konsumfreudige: Neulich habe ich gesehen, dass es im Einzelhandel auch runden Backpapierzuschnitt zu erwerben gibt.

Für den Biskuitteig die Eigelbe vom Eiweiß trennen und jeweils einzeln bereitstellen. Kalte und frische Eier lassen sich übrigens besser trennen.

Mehl-Stärke-Mischung mit dem Backpulver sieben. Je lockerer das Mehl und je weniger Klumpen und je besser das Backpulver untergemischt ist, desto gleichmäßiger geht der Boden später auf.

 

Ans Werk:

Eigelb verquirlen: In Schüssel Nummer eins erst das heiße Wasser esslöffelweise und dann die Eigelbe jeweils eine Minute unterrühren.

In einer weiteren Schüssel die drei Eiweiß schaumig schlagen. Wichtig ist, dass sowohl die Schüssel als auch die Rührstäbe absolut fettfrei sind.

Zucker in den Eischnee reinrieseln lassen.

Den Eischnee unter die Eigelbmasse ziehen.

Anschließend die mit Backpulver gesiebte Mehl-Mischung unterheben. Einen Teil des Mehls kann man durch ein bisschen Kartoffel- oder Paniermehl bzw. Puddingpulver ersetzen. Etwa im Verhältnis 90% Weizen- und 10% Ersatzmehl.

 

Den Teig in einer Springform für 30-40 Minuten bei 180 Grad im vorgeheizten Backofen backen (Stäbchenprobe).

Während des Backens die Ofentür unbedingt geschlossen lassen, denn wenn kalte Luft hineinzieht, fällt der Boden zusammen.

Ist der Boden ausgekühlt oder wird am nächsten Tag weiter verarbeitet, könnt ihr ihn in mehrere Tortenböden teilen. Bei diesen Mengenangaben sind bis zu drei Böden drin.

Habt ihr einen Boden übrig? Kein Problem, einfach einfrieren. Oder mit Obst belegen, schon habt ihr einen zweiten Kuchen.

 

Rezepte meiner Oma für Biskuittorten:

Mandarinen-Quark-Torte

Frankfurter Kranz

Sahne-Nuss-Torte

Nuss-Nougat-Torte

Kokos-Zuckerkuchen vom Blech

Ein Hauch Brasilien für Ostwestfalen

#ich back’s mir: süßer Kokos-Zuckerkuchen vom Blech

Erst kürzlich haben eine Freundin und ich unser gemeinsames Interesse für Brasilien entdeckt. An der Uni haben wir durch Portugiesischkurse bei Brasilianerinnen nicht nur die Sprache, sondern auch die brasilianische Mentalität und Kultur kennen und lieben gelernt. Dabei musste ich zudem feststellen, dass mein Brasilienurlaub mit acht Jahren schon viel zu lange zurückliegt. Entsprechend war das Fernweh vorprogrammiert und kam mir sofort in den Sinn, als ich auf Clarettis Bloggeraktion zu eben diesem Thema auf Tastesheriff aufmerksam wurde.

Da meine Patentante, mit der ich eigentlich gar nicht verwandt bin und die ich trotzdem immer “tia” nenne, in Salvador da Bahia lebt, genieße ich das Privileg quasi-brasilianischer-Verwandtschaft. Die Fußballfans unter euch können damit sicher etwas anfangen. In dem brasilianischen Bundesstaat Bahia war das Camp der deutschen Nationalelf bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren. Neben einem der größten Fußballstadien des Landes ist Salvador als drittgrößte Stadt in Brasilien etwa für seinen Karneval und das bezaubernde Altstadtviertel “Pelourinho”, in der der Hafen durch einen Aufzug “elevador” mit der Oberstadt verbunden ist, bekannt. Neben den beeindruckenden, weißen, schier endlosen, Palmen gesäumten Sandstränden, dem klaren, hellblauen, karibisch warmen Wasser und dem leckeren Essen hat mich in erster Linie die Herzlichkeit der Menschen vor Ort beeindruckt. Die Freunde und Bekannten meiner Tia haben meinen Papa und mich sprichwörtlich direkt in ihrer Mitte aufgenommen, mit uns Samba musiziert und eiskalte cerveja genossen. Zu den besten Urlaubserinnerungen zählt ein weiteres ‘Kaltgetränk’: gekühltes Kokoswasser direkt aus der Kokosnuss schlürfen. Ein Traum der Erfrischung bei den konstant feuchtschwülen 30 Grad sage ich euch. Für einen großen Kokosnuss-Fan wie mich genau das Richtige.

Außerdem lief mir beim Lesen von Claras Rezept für die Himbeer-Kokos-Scones das Wasser im Mund zusammen. Um den akuten dadurch entstandenen Kokos-Jieper zu befriedigen, musste also ganz schnell ein passender Kuchen her. Die Lösung: Tropische Kokosnuss trifft auf traditionellen ostwestfälischen Zuckerkuchen von Oma.

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Den schnellen Kokos-Becherkuchen auf dem Blech könnt ihr in nur zwei Schritten backen. Die Backzeit ist sehr kurz und der Rührteig ist ultra schnell gemacht. Die Zutaten werden einfach rasch mit dem Sahnebecher abgefüllt und nicht lange gewogen oder abgemessen. So bleibt euch mehr Zeit mit der süßen Kokos-Leckerei in Urlaubserinnerungen zu schwelgen oder die nächste Reise zu planen.

03_Kokos-Zuckerkuchen 4.1 Stapel Kopie

Um ein Blech Kokos-Zuckerkuchen zu backen, braucht ihr Folgendes:

Für den Teig:

  • 1 Becher Sahne
  • 1 Becher Zucker
  • 3 Eier
  • 2 Becher Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver

Für den Kokos-Zucker-Belag:

  • 125 g Butter
  • 1 Becher Zucker
  • 3 EL Milch
  • 100 g Kokosraspel (Wer kein Kokos mag, kann alternativ Mandelsplitter verwenden.)

04_Kokos-Zuckerkuchen 3 Nahaufnahme Kopie

So fix habt ihr ein Blech Kokos-Zuckerkuchen zubereitet:

Schritt 1: Zutaten für den Rührteig gut vermengen, auf ein gefettetes Backblech streichen.

→ 10 Minuten bei 200 Grad backen.

Schritt 2: 125 g Butter, 1 Becher Zucker und 3 EL Milch in einem Topf erhitzen.

Mischung auf den Kuchen streichen und die Kokosraspel (oder Mandelsplitter) darüber streuen.

→ Weitere 10 Minuten backen. Wenn die Kokosstreusel leicht goldbraun werden, ist euer Kuchen fertig.

05_Kokos-Zuckerkuchen 5 Nah Stapel Kopie

Tipp: Der Kokos-Zuckerkuchen schmeckt auch gekühlt sehr lecker. Allerdings verliert der Kuchen im Kühlschrank etwas von seiner Fluffigkeit und wird ein wenig fester.

Viel Spaß beim Schlickern!

Rührteig

Zubereitung Rührteig allgemein:

Die Faustregel ist: Erst die feuchten und die trockenen Zutaten getrennt voneinander mischen und am Schluß zusammenrühren.

Fett (je nach Rezept Butter, Öl oder Margarine) in einer Rührschüssel mit einem Mixer (Rührstäbe) geschmeidig rühren.

Nach und nach Zucker, Vanillezucker und Salz unter Rühren hinzufügen, bis eine gebundene Masse entsteht.

Jedes Ei einzeln etwa eine halbe Minute auf höchster Stufe unterrühren – ihr werdet sehen wie schön schaumig die Masse wird.

Mehl mit Backpulver mischen – falls das Mehl Klümpchen bildet, durchsieben – und auf mittlerer Stufe kurz unterrühren. Nicht zu lange rühren, dann geht der Teig nicht gut auf.

Den Teig zügig auf das Backblech streichen.

Hintergrund: Weizenmehl sollte zügig verarbeitet und nicht lange feucht werden, damit der Kuchen besser aufgeht. Warum das so ist, könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen.

 

Rezepte mit Rührteig sind zum Beispiel:

Saftiger Haselnuss-Schoko-Kuchen

Donauwelle

Quark-Weißbrot

Beeren-Schnitten vom Blech

Kokos-Zuckerkuchen vom Blech

Omas bester Rhabarberkuchen

Pfirsich-Creme-Schnitten vom Blech

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